✅ Unverzichtbar
Fahrradschuhe + Sportschuhe (gute Kombi für Rad & Alltag)
Regenjacke (dreimal genutzt, völlig ausreichend)
Badehose & Handtuch (praktisch, wenn sich spontan eine Bademöglichkeit ergibt)
Schlafsack (einmal gebraucht, aber beruhigend, ihn dabeizuhaben)
❌ Kann man getrost weglassen
Regenhose (habe ich nicht vermisst)
Gedruckte Reiseführer (besser als eBook oder unterwegs Infos sammeln)
Bargeld in Dollar (Euro und Kreditkarte reichen, ATMs gibt es fast überall)
💡 Reisetipp:
Besorge dir eine lokale SIM-Karte statt einer eSIM. In Vietnam habe ich für 10 € satte 120 GB Daten bekommen – viel günstiger als zu Hause.
Empfang: fast überall top, sogar besser als in Deutschland.
Vietnam: Kein Visum nötig, wenn man unter 45 Tagen bleibt.
Kambodscha: Visa-on-arrival an der Grenze möglich, unkompliziert.
Laos: Ebenfalls problemlos an der Grenze.
👉 Mein Tipp: Nicht von Online-Hinweisen verunsichern lassen – an den Landgrenzen klappt alles reibungslos.
In Städten über gängige Buchungsportale kein Problem.
Auf dem Land: Einfach hinfahren – Zimmer findet sich immer.
Busreisen: Fahrräder werden meist gegen Aufpreis mitgenommen, oft aufs Dach geschnallt. Online-Buchungen funktionieren nur eingeschränkt, also lieber direkt am Busbahnhof nachfragen.
Ich habe mich vorab bei meiner Hausärztin beraten lassen. Mit im Gepäck:
Malariaprophylaxe
Antibiotika-Salbe & Pflaster
Mückenspray & Moskitonetz
👉 Wichtig: In kleineren Orten ist die medizinische Versorgung sehr einfach, in größeren Städten gibt es Kliniken, gute Kliniken oftmals nur in Thailand. Für Notfälle unbedingt eine Auslandsversicherung mit Rücktransport abschließen.
... so habe ich mein Fahrrad gepackt und war zufrieden damit.
Mein Rad kam im Karton mit Vietnam Airlines problemlos und ohne Aufpreis mit. Außenmaße 201 cm (73 cm + 103 cm + 25 cm) – also knapp unter der Grenze von 203 cm. Es bleiben dann noch 10 kg Handgepäck.
💡 Tipp: Höhe und Breite so wenig wie möglich, damit das Paket nicht zu flach wird. Ist es zu flach, passen Rahmen und Räder nur schwer nebeneinander in den Karton.
P.S. Der Rollkoffer gehörte nicht zu meinem Gepäck. 😉
Nach 11 Stunden Flug komme ich morgens in Ho-Chi-Minh-Stadt etwas übermüdet an, leider ohne mein Fahrrad. Der Kontrast zu Frankfurt ist schon gewaltig: über 30 Grad, feuchtwarm, Menschenmassen, ein Strom von Rollern und Essen, das ich nicht kenne.
Aber abends setze ich mich auf einen "Grab"-Motorroller hintendrauf, stürze mich ins Getümmel und merke - ist gar nicht so schlimm dieser Verkehr.
Am nächsten Morgen kommt mein Fahrrad und mittags sitze ich dann tatsächlich auf dem Rad und lasse mich von einem Strom von Motorrollern aus Saigon raus aufs Land tragen.
Am folgenden Tag finde ich mich inmitten von Reisfelder wieder. So hatte ich mir das vorgestellt.
Nach zwei Übernachtungen erreiche ich bereits die Grenze zu Kambodscha. Die Einreise verläuft problemlos. Innerhalb einer halben Stunde habe ich mein Visum und auf dem Weg zur ersten Staion in Kambodscha besorge ich mir eine neue SimCard.
An die feuchte Hitze gewöhne ich mich und freue mich, am 5. Tag den Mekong zu erreichen.
Meine Ernährungsweise muss ich anpassen. Europäisches Frühstück gibt es auf den Dörfern nicht. Also fahre ich morgens ein bis zwei Stunden und frühstücke dann Reis mit Fleich und Gemüse oder Suppe.
Die Dörfer ziehen an mir vorüber. Immer wieder überholen mich Jungs und Mädels auf Rollern, grüßen und lachen. Kinder rufen vom Straßenrand aus "hello". In den Ortschaften und Städten am Mekong ist ein wenig mehr los und ich kann abends auf den Night Market gehen, ins Restaurant oder bekomme morgens einen Kaffee.
Am 27.02 erreiche ich Stung Treng. Das ist der letzte Ort vor der Grenze zu Laos.
Auch der Grenzübertritt nach Laos funktioniert reibungslos. Danach wird die Strecke einsam.
Mit einer "Fähre", also einem Holzkahn setze ich auf eine Mekonginsel über. Das lohnt sich wirklich. Die Insel Don Khon wie auch die folgenden sind wunderschön, teils touristisch gut erschlossen, teils völlig unberührt.
Champasak ist ein netter Ort mit ein wenig Tourismus auf der anderen Mekongseite, von dem aus ich die hinduistische Tempelanlage Vat Phou der Khmer besuche.
Weiter den Mekong rauf starte ich in Pakxong einen Loop in die Hochebene; es geht 50 km bergauf bis auf 1.650 Meter.
Für ein paar Tage ließe es sich gut aushalten in Tad Lo. Aber ich will weiter Richtung Norden.
Wahrscheinlich hätte eine Pause mir gutgetan. Erst in Savannakhet, zurück am Mekong lege ich einen Tag Pause ein und erhole mich im - empfehlenswerten "Pilgrim`s Kitchen Inn".
Manche finden die Strecke nach Norden wenig attraktiv. Aber ein Abstecher auf die Nebenstrassenzeigt, dass es auch hier landschaftlich wunderschön ist. Verschiedene Plantagen, Bambuswälder und Reisfelder, dazwischen kleine Dörfer.
Bei Thaket startet der gleichnamige Loop. Auf einer Hochebene zweigen immer wieder Wege ab zu Höhlen, Aussichtspunkten oder Wasserfällen.
Der Loop ist gut besucht (aber weit entfernt von überfüllt) von Backpackern, die sich dafür ein paar Tage einen Roller mieten.
Für Vientiane habe ich zwei volle Tage und nutze die Zeit, um mich auszuruhen, zum Frisör zu gehen und um Informationen zur weiteren Fahrt zu beschaffen. Am Busbahnhof erfahre ich, dass die überregionalen Busse Fahrräder mitnehmen.
In Vientiane gefallen mir neben einigen Tempeln/Museen die night markets und die gute Auswahl an Restaurants. Es wirkt alles geschäftig, aber nicht hektisch.
Aus Vientiane heraus geht es durch eine Ebene, aber nach 50 km wird es hügelig. Die Strecke hinter Vang Vieng -hier ist viel los - ist wunderschön. Den härtesten Teil durch die Berge skippe ich, indem ich ein Stück mit dem Minibus fahre. Daran muss man sich gewöhnen: keine Infos zu den Bussen im Netz - einfach hingehen und dann klappt es schon.
Luang Prabang ist unbedingt eine Reise wert. Ich habe ein gemütliches Hotel im Kolonialstil neben einer der zahlreichen buddhistischen Tempelanlagen und dem Night Market.
Für die letzte Etappe reicht die Zeit nicht mehr, um sie komplett mit dem Rad zu bewältigen. Also nehme ich den Sleeper Bus bis zur vietnamesischen Grenze und steige in Nam Khan Border frühmorgens aus und steige wieder aufs Rad. Die Strassen in Laos waren bis zur Grenze katastrophal. Ab hier fährt es sich wieder gut.
Von Vietnam lerne ich ganz verschiedene Seiten kennen. Wunderschöner Landschaften in den Bergen mit unglaublich freundlichen Menschen. Eine Übernachtung im HomeStay in Tien Ky bei einer vietnamesischen Familie war ein berührendes Erlebnis. Gemeinsames Abendesssen mit Schwägerin und Kindern, Besuch bei den Nachbarn, Gang durchs Dorf und ein paar Dosen Bier haben wir auch zusammen geleert.
In Nim Binh wurde es dann sehr touristisch, in der Annäherung an Hanoi industriell und Hanoi mit 5,6 Mio. Einwohnern empfängt mich mit Smog, viel Verkehr und Trubel.
Nichts davon sollte man auslassen.
