🚴‍♂️ Tansania, Kenia (Bike Odyssey) mit dem Fahrrad – 2.320 km von Daressalam nach Nairobi

07. Januar - 06. April 2025

  • 39 Fahrtage, 11 Pausentage, 2.320 Kilometer und 24.279 Höhenmeter
  • Meine erste Reise nach Afrika war meine bislang anstrengendste Radreise. In Tansania emfing mich die Hitze an der KĂĽste. Die Kenya Bike Odyssey fĂĽhrte ĂĽber herausfordernde Wege und Trails auf ĂĽber 2.000 Meter. Wildlife gab es immer wieder  - freundliche Menschen durchgängig.


Vorbereitung – was sich bewährt hat (und was nicht)

✅ Unverzichtbar

  • Wanderschuhe + 2. Paar (gute Kombi fĂĽr Radfahren, hike-a-bike & Alltag)

  • Regenjacke 

  • Badehose & Handtuch (praktisch, wenn sich eine Bademöglichkeit ergibt)

  • CampingausrĂĽstung (auf der Kenya Bike Odyssey und gelegentlich auch in Tansania)

  • Wasseraufbereiter (KBO - in den letzten Tagen kaum Einkaufsmöglichkeiten)
  • lokale SimCard (ermöglicht mobiles Bezahlen)
  • sehr robuste Reifen (mit sehr hohem Pannenschutz) oder tubeless 

❌ Kann man getrost weglassen

  • Bargeld in Dollar (Euro und Kreditkarte reichen, ATMs gibt es häufig)

 

💡 Reisetipp:
Besorge dir eine lokale SIM-Karte statt einer eSIM. In Kenia sollte das Safari.com sein, weil daran das mobile Bezahlsystem MPesa gekoppelt ist und die Abdeckung besser ist als bei Airtel.

SimCard und MPesa sind sehr einfach einzurichten und zu nutzen. Pass vorlegen, bezahlen, den Rest macht der Verkäufer vor Ort gerne für Dich.

 

Visum & Einreise

  • Tansania: Visum online vorab oder Visa-on-arrival an der Grenze möglich, unkompliziert.

  • Kenia: eTA / elektronisches online Genehmigungsverfahren / wichtig: muss zwingend vorliegen, auch bei Einreise von Land

👉 Mein Tipp: Kenia verlangt einen detaillierten Reiseplan mit Buchungsnachweisen inkl. Flugticket. Das ist bei einer Radreise nicht machbar. Entgegen dem Wortlaut genügen ein "fake-Reiseplan", d.h. eine stark verkürzte Version deiner Radreise. Statt Flugticket genügt auch die schriftliche Versicherung, dass du einen genau bezeichneten Flug buchen wirst. Bei den Unterkünften genügt der Buchungsnachweis für die erste Nacht. An der Grenze interessiert das dann niemanden mehr.

 --> wichtig: Die Einreisegenehmigung kommt per Mail und muss dann zur Vorlage an der Grenze AUSGEDRUCKT werden!

UnterkĂĽnfte & Transport

 In Städten über gängige Buchungsportale kein Problem.

  • Auf dem Land: Einfach hinfahren, Zimmer findet sich - fast - immer.

  • Auf der Kenya Bike Odyssey entsprechend den Hinweisen auf  bikepacking.com vorher anrufen/WhatsApp
  • Busreisen: Fahrräder werden meist gegen Aufpreis mitgenommen, oft aufs Dach geschnallt. Online-Buchungen funktionieren nur sehr eingeschränkt und das auch nur bei einzelnen Linien. Also lieber direkt am Busbahnhof nachfragen.

  • google maps liefert meist ein paar Infos und fĂĽr UnterkĂĽnfte war mitunter iOverlander hilfreich

Medizinische Vorbereitung

Ich habe mich vorab bei meiner Hausärztin beraten lassen. Mit im Gepäck:

  • Malariaprophylaxe

  • Antibiotika-Salbe & Pflaster

  • Schmerztabletten
  • Elektrolyte
  • MĂĽckenspray & Moskitonetz

 

👉 Wichtig: In kleineren Orten ist die medizinische Versorgung sehr einfach, in größeren Städten gibt es Kliniken,  gute Kliniken nur in Nairobi. Für Notfälle unbedingt eine Auslandsversicherung mit Rücktransport abschließen.

 

Navigation

Ich nutze gerne ein Fahrradnavigationsgerät. Aktuell ist das ein Garmin Edge Explore 2. Die Planung mache ich mit Komoot.

Während der Tour habe ich die Komootkarten genutzt, die ja auf open street map basieren. Das hat sehr gut funktioniert. Dort sind auch kleine Wege und Trails verzeichnet, wo google maps nichts mehr zeigt. Ich war immer wieder verblüfft, was dort alles hinterlegt ist.

Kombinieren lässt sich das gut mit dem Handy und google maps, wenn am Ende des Tages eine Unterkunft zu finden ist.

Hilfreich bei der Suche nach UnterkĂĽnften (insbesondere in Tansania) war auch die App iOverlander.


 

... so habe ich mein Fahrrad gepackt und war zufrieden damit.

 

 Auf der Kenya Bike Odyssey kam ich mit meinem Bombtrack (noch) zurecht.

Die Wege/trails sind z.T. eher was fĂĽr Mountainbikes.

 

Tubeless?

In den trockenen Gebieten gibt es viele Akazien mit fiesen, langen Dornen.

Tubeles ist vielleicht besser. Ich hatte Schwalbe MTB-Reifen drauf mit viel Pannenschutz. Das ging gut: vier Platte in zwei Monaten ist ok.


Anreise

 

 

Mein Rad kam im Karton mit Ethiopean Airlines problemlos und mit vertretbarem Aufpreis iHv ca. 100 € mit. Auf dem Rückflug musste ich nichts extra bezahlen - aber das war wohl ein Versehen von Ethiopean Airlines am Flughafen.

Meine Satteltaschen habe ich eine billige "China-Plastiktasche" gesteckt und so als 1 Gepäckstück aufgegeben.

 

💡 Tipp: Höhe und Breite so wenig wie möglich, damit das Paket nicht zu flach wird. Ist es zu flach, passen Rahmen und Räder nur schwer nebeneinander in den Karton.

 

 

Meine Ostafrikatour hatte ich in vier Etappen aufgeteilt und mit Komoot entsprechend auf vier Collections verteilt. Jede Collection wiederum war in Tagesetappen aufgeteilt.


Teil 1🚲: Start in Daressalam, Morogoro & zurück ans Meer (633 km)

 

 

Nach einem Zwischenstopp in Addis Abeba und ein wenig Schlaf landen wir vormittags in Daressalam.

FĂĽr die Fahrt zum Hotel brauche ich ein Taxi. Meine Luftpumpe habe ich leider nicht eingepackt.

Aber sonst klappt alles und am nächsten Tag fahre ich nach Bagamoyo, verbringe dort zwei Nächte bei Ally im IDC Guesthouse, bevor es nach Morogoro geht.

Der Linksverkehr ist eigentlich nur beim Abbiegen gewöhnungsbedürftig.

Mein erstes mal in Afrika  - ich bin aufgeregt und gleichzeitig so happy, dass ich es schon einmal bis hierhin geschafft habe!

 

 

 

 

 

 

Bagamoyo, der indische Ozean, Gebäude noch aus Kolonialzeiten und ein wenig touristische Infrastruktur sind ein guter Einstieg.

Raus aus Bagamoyo geht es dann über dirt roads, kleine Dörfer tauchen auf, ich kaufe Obst am Strassenrand und komme langsam auf diesem Kontinent an.

In Morogoro gönne ich mir einen weiteren Tag Pause, um in den Uluguru Mountains zu wandern. Das lohnt sich, auch wenn es nur ein Tagesausflug zum Wasserfall war.

Danach geht es  - meist auf dirt roads zurück an die Küste ins verschlafene Pangani. Dort verbringe ich viel Zeit am Strand, schaue den traditionellen Holz-Segelbooten zu, die Kokosnüsse aus Sansibar anliefern oder zum Fischen genutzt werden.

 

 



Teil 2: Pangani - Lushoto - Arusha / durch die Usambara Mountains, Kilimandjaro in Sicht und Safari (445 km)

 

Im zweiten Teil der Reise geht es wieder weg von der KĂĽste.

Am dritten Tag arbeite ich mich ab Mombo hoch in die Usambara Mountains. In Lushoto verbringe ich zwei Nächte. Dort gibt es einige Unterkünfte und Tourismus.  

 

Auf dem weiteren Weg Richtung Moshi verbringe ich eine Nacht im Guest House der Rangwi Sisters (Nonnen), eine schöne Erfahrung.

 

Da Safaris meist ab Arusha angeboten werden mache ich ein StĂĽck des Weges mit dem Bus (Mwanga - Arusha), um von dort einen Safaritag im Ngorogoro-Krater NP zu erleben. Das ist ein echtes Highlight, da sich im erloschenen Krater groĂźe Herden von Zebras, Antilopen, BĂĽffeln, Impalas und auch Elefanten konzentrieren. Unbedingt sehenswert.



Teil 3: Arusha - Momelia - Nairobi - Lake Naivasha / ĂĽber die Grenze und Beginn der Kenya Bike Odyssey (504 km)

 

 

Nach Arusha verbringe ich drei Tage zwischen Kilimanjaro und Mount Meru in Mountain`s Hug (Momelia) und Kibo Eco Farm, beide empfehlenswert.  

Dann geht es ĂĽber etwas anstrengende dirt roads am FuĂźe des Kilimanjaro entlang Richtung Grenze/Namanga.

Das Stück zwischen Namanga und Nairobi ist nicht sehr aufregend. Nairobi zu durchqueren ist eigentlich tagsüber kein echtes Problem; allerdings sollte man mit Blick auf Stadtverkehr keine großen Ängste haben.

Hinter Nairobi bin ich wieder sehr motiviert, weil hier die KBO startet, ein neuer Abschnitt.

 

Zwischenstopp in Nairobi zum Geldtauschen

 

 

Hinter Nairobi und seinem Trubel und Staus wird es schlagartig grün, Teeplantagen. Auf dem Weg zum Lake Naivasha durchquere ich Nadelwälder und fühle mich an den Schwarzwald erinnert. 

Am Lake Naivasha treffe ich spätnachmittags ein und nehme mir ein Banda direkt am See UND mit Blick auf grasende Hippos!


Teil 4: Northern Rift - Lake Baringo - Laikipia / die Kenya Bike Odyssey  (795 km)

 

 

Die KBO ist eine wirklich anspruchsvolle Tour, die auf überwiegend nicht asphaltierten Wegen und Trails einiges abverlangt. Stetes bergauf und bergab in Kombination mit z.T. nur schwer fahrbaren Wegen kosten Kraft. 

Das wird aber immer wieder durch wirklich atemberaubend schöne Landschaften belohnt. Auch die Orte zum Übernachten sind außergewöhlich und manchmal einfach magisch.

 

 

Blick in die Ebene vom Earth Camp Wonder Spa (Mt. Eburru)

 

Neben der Landschaft ist es natürlich spektakulär, vom Fahrrad aus Zebras, Giraffen, Impalas oder Elefanten beobachten zu können. Das ist natürlich nicht durchgängig möglich. Aber in abgelegeneren Gegenden - insbesondere im letzten Drittel der KBO - sieht man immer wieder wilde Tiere.

 

Letztlich waren die vielen Begegnungen mit locals in Tansania wie in Kenia ein tolles Erlebnis. Sobald ich anhielt, haben mich Menschen angesprochen, ob sie mir helfen können, ob alles ok ist. 



 

Tolle Informationen zur Kenya Bike Odyssey gibt es auf bikepacking.com, s.u. der entsprechende link.

Die Infos werden lfd. aktualisiert.

Ansonsten solltest du dich vor Ort informieren.

 

In Tansania habe ich mir selbst eine Route mit Komoot zusammengestellt. Das hat auch sehr gut funktioniert. Das komoot-Kartenmaterial ist überrraschend genau. Allerdings ändern sich in Kenia die Dinge schnell. Manche kleinen Wege sind durch einen Zaun verperrt. Aber das ist lösbar.